Selbsthemmung – Was ist das überhaupt?

Zoe Moser | 26. März 2020

Wenn man sich mit dem Thema Gewinde befasst, hört man oft das Wort Selbsthemmung. Aber was bedeutet Selbsthemmung im Zusammenhang mit der Gewindetechnik überhaupt genau? Und welche Unterschiede gibt es hierbei zwischen Steil- und Trapezgewinde? Wir haben es kurz und einfach erklärt!

Selbsthemmung bedeutet, dass eine Bewegung von Gewindemutter und -spindel ohne äußerliche Krafteinwirkung nicht möglich ist. Das hängt mit der Steigung und dem Reibwert zusammen. Selbsthemmung ermöglicht dem Anwender in vielen Anwendungen somit den Verzicht auf eine kostenintensive Bremse.

Eingängige Trapezgewindetriebe sind selbsthemmend. Das bedeutet, dass aufgrund des Flankenwinkels und der Gleitreibung eine Bewegung von Mutter oder Spindel ohne äußere Krafteinflüsse nicht erfolgt. Sobald die Haftreibung überschritten ist, sind die Körper nicht mehr selbsthemmend. Mehrgängige Trapezgewindetriebe haben eine „Rest-Hemmung“, Steilgewindetriebe haben keine Selbsthemmung.

Schauen wir uns zur Verdeutlichung am besten ein Beispiel an:

Hier sieht man deutlich, dass die Steigung der eingängigen Trapezgewindespindel geringer als die der Steilgewindespindel ist. Die Reibwerte der beiden Gewindemuttern gegen die Edelstahlspindeln sind identisch. Wie oben schon beschrieben, führt die geringere Steigung dazu, dass die Gewindemutter sich ohne äußerliche Hilfe nicht bewegen kann.

Und zu guter Letzt: Auch der Effekt der Selbsthemmung kann beeinflusst werden. Der Reibwert z.B. hängt von der richtigen Bestimmung der Materialpaarung, der Oberflächengüte, der Schmierung, bzw. den selbstschmierenden Stoffen, usw. ab. Ebenso spielen die axiale Belastung und die äußerlichen Einwirkungen eine Rolle.

Der Einsatz der richtigen Gewindetriebe kommt somit immer auf den individuellen Anwendungsfall an. Dazu beraten unsere Experten Sie natürlich gerne ausführlich: zum Kontaktformular.

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