Wie funktioniert eine Lehrdornmessung?

Lars Butenschön | 12. Juli 2019

Sie sind hier:

1.1 igus stellt u.a. anhand einer Lehrdornprüfung, auch „Go-/No-Go-Test“ genannt, sicher, dass unsere Lager den Spezifikationen entsprechen und nach dem Einbau ordnungsgemäß funktionieren.

Zuerst werden die Lager in eine Prüfaufnahme eingepreßt. Dabei ist zu beachten, dass die Lager beschädigungsfrei eingebaut werden. Hierzu wird eine Fase an der Aufnahme empfohlen – ideal 25-30 Grad. Es empfiehlt sich zudem die Verwendung einer Presse mit einem ebenen Stempel zum Einpressen der Lager. Dies ist die effizienteste Einbaumethode. Sie gewährleistet zudem die Unversehrtheit des Lagers. Wenn Sie zum Beispiel einen Hammer benutzen, kann das Lager sich beim Einbau verkanten.

1.2 igus empfiehlt zum Einbau eines Gleitlagers das Einpressen mit einer Presse.

Nach dem Einbau des Lagers erfolgt die eigentliche Lehrdornprüfung. Ein „Go“ bedeutet, dass der Bolzen unter seinem Eigengewicht durch das Lager fällt, während bei einem „No-Go“ der Bolzen nicht durch das Lager fällt bzw. stecken bleibt. I.d.R. sind die Lehrdorne mit 0,01mm abgestuft, so dass sehr genau ermittelt werden kann, ab welchem Maß der jeweilige Lehrdorn hängt.

Ein Lehrdorn-Test ist der Qualitäts-Check mit der größtmöglichen Genauigkeit, weil der Bolzen sich wie eine Welle in einer realen Anwendung verhält und den engsten Querschnitt des Lagers wiedergibt. Genau dieser Aspekt ist für die Anwendung i.d.R. entscheidend. Insbesondere für Kunststofflager sind Lehrdornprüfungen geeignet, da die irrelevanten, spritzgußbedingten „Unebenheiten“ des Lagers unberücksichtigt bleiben. Später im Betrieb, während der Einlaufphase, in der sich die Unebenheiten des Lagers und der Welle glätten, entsteht eine ideale Gleitfläche.
Die Qualitätskontrolle eines Lagers kann auch mit anderen Tests erfolgen; bei der Anwendung dieser Methoden auf Kunststofflager können jedoch Ungenauigkeiten auftreten. Insbesondere sollte die Verwendung von Lehren vermieden werden. Lehren sollten, je nach Genauigkeitsgrad, grundsätzlich nur für flüchtige Qualitätskontrollen verwendet werden. Je nach dem Druck, der von der Lehre auf den Messpunkt ausgeübt wird, kann die Messung verfälscht werden. Deshalb ist ein Lehrdorn-Test deutlich zuverlässiger.

Die beschriebene Prüfung kann je nach Zugänglichkeit auch direkt am Serienbauteil (also nicht in einer speziell dafür angefertigten Prüfaufnahme) erfolgen.

0 0
Inhalt

Verwandte Fragen

Gerne können Sie den Artikel auch kommentieren - wie freuen uns auf Ihre Meinung!