Zustandsüberwachung an der Energieführungs- Schleppkette (i.Sense EC.P)

Richard Habering | 13. November 2020

Der Bereich der Zustandsüberwachung (Condition Monitoring) ist in der heutigen Zeit allumfassend. Es gibt kaum noch Dinge oder Orte, die nicht permanent überwacht werden. Der ein oder andere assoziiert den Begriff der Überwachung ab diesem Punkt bereits mit negativen Aspekten. Im Bereich der Energieführung soll die Zustandsüberwachung jedoch eine positive, nützliche, hilfreiche und sichere Überwachung sein. Das oberste Ziel ist Sicherheit für Mensch und Maschine. Lasst uns lieber positiv und smart denken. Hier mal eine kleine Liste, wo Überwachung einen echten Mehrwert darstellt:

  • Reifendrucksensor
  • Regensensor
  • Temperatursensor
  • GPS Sensor
  • Küchen- Personenwaage

Ich hoffe auch die Küchenwaage mit ihren Sensoren ging als positive Assoziation durch. Des Weiteren fällt auf, dass eine (Zustands)überwachung ohne Sensoren fast unmöglich ist. Auch eine Energieführungskette oder zumindest dessen unmittelbare Anbauteile können mit verschiedensten, einfachen Sensoren ausgestattet werden. Der riesen Vorteil dieser Technologie ist, dass man keine zusätzliche Software oder einen zusätzlichen Computer benötigt. Das einzige was benötigt wird ist Strom, welcher bei einer Energieführungskette in den meisten Fällen kein Problem darstellt.

i.Sense – die Zustandsüberwachung von igus®

Der Bereich des Condition Monitoring läuft bei igus unter dem Namen i.Sense, was vom englischen „ich fühle“ abgeleitet ist. Aktuell teilt sich der Bereich in 3 Möglichkeiten der Überwachung auf.

  1. EC.P Die Zug- Schubkraftmessung
  2. EC.B Die Bruchüberwachung
  3. CF.P Die Zugkraftüberwachung durch Chainflex Leitungen

Was ist i.Sense EC.P und wie funktioniert es?

Ganz oben auf der Liste der bislang meist verbauten Sensoren steht die Zug- Schubkraftmessung. Hauptsächlich kommt diese Art der Kraftmessung bei gleitenden Verfahrwegen ab 15m zum Einsatz. Dieser Kraftsensor misst, rein mechanisch, die an der Energieführungskette auftretenden Zug- und Schubkräfte. Bei der gleitenden Bewegung einer Schleppkette steigt oder fällt die am Mitnehmer auftretenden Zugkraft je nach dessen Position auf dem Verfahrweg. An der einen Seite des Verfahrweges muss der Mitnehmer das komplette Gewicht der Energiekette ziehen (Endposition 1 = hohe Zugkraft). Befindet sich der Mitnehmer auf der anderen Seite (Endposition 2) des Verfahrweges ist die Zugkraft durch die Kette nur noch minimal.

Wenn diese, nennen wir es mal Kraftgrenzen, für die entsprechende Anwendung definiert sind, kann man den Sensor (EC.P Sensor) darauf einstellen und am Mitnehmer montieren. Dieser Sensor wird dann nur noch an das EC.P Modul angeschlossen, welches direkt im Schaltschrank der Maschine seinen Platz findet. Wenn ab diesem Zeitpunkt die Zug-Schubkräfte der Schleppkette aus irgendeinem Grund (Eis, Schnee, Gegenstand, Tier oder evtl. sogar Person in der Führungsrinne) über die eingestellten Grenzen ausschlagen, dann kann eine Warnmeldung ausgegeben werden oder auf Wunsch die Anlage direkt gestoppt werden.

So einfach macht man seine Energiekette sicher und smart. Bilder und vor allem bewegte Bilder sagen wie immer mehr als 1000 Blog-Worte.

Ich hoffe ich konnte ein wenig Licht ins Dunkel in einen Bereich der Zustandsüberwachung bringen und zeigen, dass die Implementierung nicht schwer oder komplex ist.

Falls Sie noch Fragen haben, können Sie sich gerne bei mir melden. Ich helfe gerne weiter. Packen wir es an.

Richard Habering

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