Ausgleichseinheit für gleitende Anwendungen

Jens Göbel | 7. April 2020

Mit modernen Energiekettensystemen lassen sich Verfahrwege von 1.000 Metern und mehr realisieren. Doch gerade bei längeren Verfahrwegen ist es schwer sicherzustellen das die Führungsrinne exakt parallel zur, zum Beispiel, Kranschiene montiert ist. Abweichungen von mehr als +/-5 mm über eine Distanz von 100 Metern und mehr lassen sich schwer verhindern. Aber auch der Verschleiß von Kranlaufrädern und Kranschienen kann zu einer erhöhten Abweichung beitragen. Um sicherzustellen das auch bei solch langen Verfahrwegen die Energiekette sauber auf den Außenbändern übereinander läuft, wurde eine Ausgleichseinheit entwickelt.

Ausführungen Ausgleichseinheit:

Es gibt verschiedene Ausführungen und Designs von Ausgleichseinheiten für Energieketten. Von der Schwenkeinheit bis zur schwimmend gelagerten Ausgleichseinheit ist alles im Feld zu finden.

Eines haben aber alle gemeinsam. Wenn die Ausgleichseinheit auf Grund von minderwertigen Komponenten oder mangelnder Wartung seinen Dienst versagt, dann kann das du einem erhöhten Kettenverschleiß, bis hin zum kompletten Ausfall der Kette führen. Es ist wichtig das ein hochwertiges Wellenmaterial und entsprechende Kugellager verwendet werden. Die Ausgleichseinheit gehört zu den Bauteilen am Energiettensystem was regelmäßig gemäß Wartungsdokument gewartet und gefettet werden muss.

Ausgleichseinheiten von igus:

Je nach Art der Anwendung gibt es verschiedene Ausführungen. Entscheidend für die Auswahl der am besten geeigneten Ausgleichseinheit ist nicht nur die Länge des Verfahrweges und die Geschwindigkeit der Anwendung, sondern auch die daraus resultierenden Zug- / Schubkräfte. Daß sind die Kräfte, die für das bewegen der Energiekette zu erwarten sind.

Da wir uns beim Design der Ausgleichseinheiten auf eine schwimmende Lagerung fokussiert haben, werden diese auch intern gerne als sogenannte schwimmende Mitnehmer bezeichnet.

igus FTA

FTA 1000 & 3250 Schwimmender Mitnehmer:

Wie der Name bereits vermuten lässt, sind diese beiden Ausgleichseinheiten für Anwendungen mit bis zu Maximal 1000 N oder 3250 N ausgelegt. FTA steht hier für Floating Tow Arm. Diese Ausgleichseinheit wurde speziell für Hafenkrananlagen entwickelt, wie zum Beispiel dem Rubber Tyred Gantry Crane (RTG), zu Deutsch Gummibereifter Portalkran und dem Rail Mounted Gantry Crane (RMG), zu Deutsch Schienengebundener Portalkran. Von Vorteil ist die kompakte und kostengünstige Ausführung. Aber auch im Hallenkranbereich lässt sie sich gut verwenden, gerade für die Kranfahrt.

igus FMA

FMA Schwimmender Mitnehmer:

Diese schwimmend gelagerte Ausgleichseinheit wurde speziell für längere Verfahrwege und damit höheren Zug- / Schubkräfte entwickelt. FMA steht in diesem Fall für Floating Moving Arm. Verwendung findet diese Ausgleichseinheit zum Beispiel im Hafenkranbereich auf den Ship-To-Shore oder auch Quayside Crane (QC) genannt. Auch in rauer Umgebung, wie Schüttgutanwendungen oder auf dem Hallenkran im Stahlwerk, der Müllverarbeitung kommt diese Ausgleichseinheit oft zum Einsatz.

igus FMA mit EC.P (Zug- / Schubkraft Überwachung)

Optionale Zusatzkomponente:

Zusätzlich lassen sich die von igus gefertigten Ausgleichseinheiten auch noch mit einer optionalen Zug- / Schubkraft Überwachung ausstatten. Hierbei wird eine Wägezelle im schwimmenden Mitnehmer integriert. Über ein entsprechendes Modul, das im Schaltschrank auf der Hutschiene verbaut wird, lassen sich die vor Ort gemessenen Zug- / Schubkräfte mit Maximalwerten abgleichen. Sollten die gemessenen Werte die vorab eingestellten Maximalwerte überschreiten, so kann das Signal genutzt werden, um die Anlage rechtzeitig abzuschalten bevor das Kettensystem beschädigt wird. Bei igus gehört diese Komponente zu einer Reihe von Modulen, die zur Ausfallsicherheit und vorausschauenden Wartung an Anlagen entwickelt wurde. Alle bisher verfügbaren Module laufen unter dem Namen isense.

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