Herstellung Gewindespindel

Zoe Moser | 5. Juni 2020

Gerollt vs. gewirbelt! Die Herstellung der Gewindespindel kurz und knapp erklärt

Wie funktioniert die Herstellung von Gewindespindeln eigentlich? Welche Verfahren gibt es und was ist der Unterschied zwischen den Herstellungsverfahren Gewinderollen und Gewindewirbeln?

Um das herauszufinden, sollten wir zunächst einmal die beiden Herstellungsarten vergleichen.  

Herstellung Gewinderollen bzw. -walzen

Das Herstellungsverfahren Gewindewalzen bzw. -rollen gehört nach DIN 8580 zum Fertigungsverfahren Umformen. Es arbeitet im Gegensatz zum Gewindewirbeln absolut spanlos.

Die eigentliche Herstellung der Gewindespindel ist ganz einfach erklärt: Ein Werkstück wird mittig zwischen zwei Werkzeuge mit Profil gelegt. Diese drehen sich gleichzeitig und das Gewinde wird durch Kaltumformung in die Oberfläche des Rohmaterials gewalzt. Das Gewindeprofil überträgt sich durch die Druckspannung und Rotation auf das Werkstück. Das Gewinde ist fertig.

Schauen wir uns hierzu ein Beispiel an:

Herstellung Gewindespindel

Die Vorteile: Bei hohen Stückzahlen ist dieser Fertigungsvorgang schneller und kostengünstiger als das Gewindewirbeln. Unter anderem deshalb, weil der Materialbedarf geringer ist. Zudem erreicht das Kaltumformen eine Verfestigung der Oberfläche und erzielt so eine höhere Festigkeit. Der Steigungswinkel, die hohe Oberflächengüte des gerollten Gewindes und der geringe Reibwert der Kunststoffe führen zu einem hohen Wirkungsgrad und einer lange Lebensdauer des Spindelantriebs.

Unsere Gewindespindeln lassen sich ganz einfach online konstruieren. In nur wenigen Schritten können Sie sich die CAD Daten inkl. Fertigungszeichnung kostenlos herunterladen. Eine CAD Software oder Kenntnisse im Umgang mit CAD Programmen sind nicht erforderlich. Neben dem Konfigurationstool bietet igus natürlich auch ein breites Sortiment im Online-Shop an. Schauen Sie doch mal rein.

Herstellung Gewindewirbeln

Schauen wir uns nun die zweite Herstellungsart an. Das Gewindewirbeln ist, wie oben schon kurz erwähnt, ein spanendes Fertigungsverfahren. Wir widmen uns hier der Fertigung des Außengewindes.

Auch hier ist das eigentliche Fertigungsverfahren schnell erklärt. Im Gegensatz zum Gewindewalzen benötigt das Gewindewirbeln nur ein Werkzeug. Das ist ringförmig und wird um das entsprechende Werkstück gespannt. Dieses dreht sich sehr langsam, während das Wirbelwerkzeug mit sehr hoher Geschwindigkeit außen rotiert. Das Gewinde wird dabei durch nach innen gerichtete Schneidemeißel erzeugt.

Zur besseren Veranschaulichung haben wir auch hierzu ein Beispiel:

Herstellung Gewindespindel

Die Vorteile: Das Verfahren eignet sich hervorragend für das Herstellen sehr präziser Gewinde, die eine besonders hohe Oberflächengüte erfordern. Das bedeutet, die Oberfläche ist im Vergleich zum Gewinderollen rauer und die Kanten schärfer. Durch die Flexibilität eignet es sich für die unterschiedlichsten Gewindegeometrien. Das Verfahren wird häufig bei Materialien eingesetzt, die sich nicht oder nur schlecht zum Gewinderollen eignen.

Fazit Herstellung Gewindespindel

Beide Verfahren haben ihre besonderen Eigenschaften. igus verwendet das Gewinderollen auf Grund der Kostenersparnis, der besseren Oberfläche und der höheren Lebensdauer als Standardverfahren. Das Gewindewirbeln ist für geringe Stückzahl und sehr präzise Gewinde mit engen Toleranzen geeigneter. Es kommt immer individuell auf die geforderten Eigenschaften und genutzte Anwendung an.

Zur Auswahl der richtigen Gewindespindel beraten unsere Experten Sie sehr gerne: Hier Support Anfrage stellen.

Zur besseren Übersicht haben wir alle Vorteile noch einmal aufgeführt:

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