Ein cleveres Beispiel aus der Praxis für die Zustandsüberwachung EC.P

Richard Habering | 2. Dezember 2020

Worum geht es?

Beim Abbau sowie bei der anschließenden Lagerung von Bauxit, einem
Sedimentgestein zur Aluminiumoxidproduktion, bildet sich eine Menge
Staub, der vor allem für die beweglichen Maschinenteile der
Fördereinheiten eine große Herausforderung darstellt. Um den Einsatz von Energieketten noch sicherer und gleichzeitig auch bequemer zu machen, kommt das Condition Monitoring System i.Sense EC.P zum Einsatz. Was ein EC.P System ist, beschreiben wir in diesem Blogbeitrag.
In diesem speziellen Fall handelt es sich um Anwendungen, die Fördereinheiten und Haldengeräte zuverlässig mit Energie, Daten
und Medien versorgen.

Haldengerät

Wenn die Schlacke die Bewegung erschwert

Bauxit ist nicht gleich Bauxit. Da manches Bauxit besonders fein ist, ist es gleichzeitig auch besonders staubig. Um die Staubbelastung für die Umgebung zu minimieren, lagert das Bauxit in einer Halle. Hier wird das EC.P Modul bei einem 140m langen Verfahrweg verwendet, welcher direkt unterhalb der Hallendecke angebracht ist. Die Energiekette versorgt den sogenannte Schleifenwagen mit Strom, dessen Aufgabe die gleichmäßige Verteilung des Bauxits ist. Schlacke entsteht, weil im Winter das wärmere Bauxit aus 20 Metern Höhe auf die kalte Halde fällt und durch den Temperaturunterschied entsteht Kondenswasser. Dieses Kondenswasser steigt auf und verflüssigt sich am Hallendach, wodurch es im Innern der Halle regnet. Staub + Regen = Schlacke. Die Schlacke lagert sich auch auf der e-kette® ab und erschwert die Bewegung. Wird die Verschlackung zu stark und die Kräfte zu groß, erkennt dieses das EC.P Modul, meldet es oder schaltet auf Wunsch die Anlage ab.

Die Meldung oder das Abschalten durch das EC.P Moduls verhindert Folgeschäden an der Maschine. In diesem speziellen Fall weiß der Betreiber der Anlage, dass er auch den Verfahrweg der Energiekette wieder von Schlacke befreien muss.

330m Verfahrweg absichern

Bei der oben erwähnten 140m Anwendung sind die Zug- Schubkräfte für eine Energiekette noch überschaubar. Die Bildung der Schlacke stellt dort das größte Problem da. Beim Haldengerät unter freiem Himmel ist nicht die Schlacke das Problem, da das Bauxit nicht so fein und weniger staubig ist. Es bildet sich nicht diese Schlacke wie in der Halle. Jedoch wirken bei einem mehr also doppelt so langen Verfahrweg mit 330m deutlich höhere Zug- Schubkräfte. Hier steigen die Kräfte nicht nur über die Länge des Verfahrweges an sondern auch über den weiterhin gegebenen Eintrag von Sediment in den Verfahrweg. Kraftspitzen wie im folgenden Bild zeigen an, dass an diesen Stellen des Verfahrweges der Eintrag von Schmutz zu hoch ist, was eine Reinigung an besagter Stelle zur Folge hat.

Kraftdiagramm des EC.P Moduls

Wo wird das EC.P Modul verbaut?

Das EC.P Modul ist immer am schwimmenden Mitnehmer des Verfahrweges montiert. Durch die Bewegung der e-kette® in Relation zum Festpunkt, ändern sich auch die auf den schwimmenden Mitnehmer wirkenden Zug- Schubkräfte. Auf der einen Seite des Verfahrweges sind die Kräfte maximal, da die gesamte Energiekette bewegt wird. Wobei auf der anderen Seite nahezu keine Kräfte auf den Mitnehmer wirken. Durch diese Maximalpunkte ist der perfekte Ort für das EC.P Modul der Mitnehmer der Energiekette.

schwimmender Mitnehmer mit EC.P Modul

Fazit

Zustandsüberwachung mit EC.P Modul schützt nicht nur die Anlage vor einem ungewollten und meist sehr teurem Crash, sondern dient gleichzeitig auch Erinnerung den Verfahrweg der Energiekette mal wieder zu reinigen. Weitere Info zum Thema smart plastics und speziell zum Thema Zustandsüberwachung gibt es hier.

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Artikel Schlagwörter:

Industrie 4.0 Sensorik smart plastics

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