Wie vermeide ich Fogging im Auto?

Dirk Tietz | 26. Juni 2019

Was ist Fogging?

Fogging im Allgemeinen bezeichnet die Ausgasungen einzelner Werkstoffbestandteile, die sich in der Bauteilumgebung niederschlagen. Meist wird der Fogging-Effekt mit beheizten Wohnräumen in Verbindung gebracht. Hier entsteht Schwarzstaubablagerung in Wohnungen während der Heizperiode. Typisch für Fogging sind flächiger schwarzer Belag oder schwarzer Staub, der sich an der Decke oder an der Wand festsetzt.

Wie entsteht der Fogging-Effekt im Auto?

Beim Fogging-Effekt, auch Magic Dust genannt, handelt es sich um einen Belag auf der Innenseite einer Windschutzscheibe, die durch verschiedene Emissionen entsteht. Ausdunstungen und Substanzen aus dem Kunststoff der Innenverkleidung können zu Verschmutzungen der Scheibe im Bereich des Armaturenbretts führen. Besonders deutlich ist dieser Film auf Scheiben mit schlechtem Wärmeschutz sichtbar, wie sie in Altbau-Wohnungen, Schaufenstern oder Autos vorkommen.

Der Sammelbegriff VOC (engl.: volatile organic compounds) bezeichnet die Gruppe der flüchtig organischen Verbindungen. VOC umschreibt gas- und dampfförmige Stoffe organischen Ursprungs in der Luft. Dabei handelt es sich um Begleitstoffe, die nicht immer fest in die Molekülstruktur von Kunststoffen oder Klebern eingebunden sind. Ursache für die Entstehung von flüchtig organischen Verbindungen in der Luft sind Kunststoffoberflächen von Einrichtungsgegenständen, die sich bei immer luftdichteren Gebäudehüllen im Innenraum anreichern und zum „Fogging“ Phänomen beitragen können. Zu hohe VOC-Belastungen im Fahrzeug-Innenraum führt so zu Irritationen von Augen, Nase, Rachen und der Haut oder allergische Wirkungen.

Wie beugt man Fogging im Auto-Innenraum vor?

Fast alle in der Fahrgastzelle verbauten Kunststoffe, mit denen die Autoinsassen während der Fahrt in Kontakt kommen, bestehen mittlerweile aus Low-Emission-Materialien, wie etwa Armaturenbrett- und Lenkradbeschichtungen, Türinnenverkleidungen, Sonnenschutzblenden oder Schaltknäufe. In der letzten Zeit schenken die Autobauer auch den in Innenräumen von Fahrzeugen verbauten kleineren Teilen stärkere Beachtung, wie zum Beispiel den Gleitlagern.

Welche Anforderungen muss mein Werkstoff erfüllen für einen Low Fogging-Effekt?

Welcher Kunststoff in PKW und LKW Kabinen eingesetzt werden kann, regeln Spezifikationen der Fahrzeughersteller, die im Wesentlichen auf gesetzlichen Anforderungen basieren. igus® bietet ein breites Spektrum an Hochleistungspolymeren für bewegte Anwendungen, die folgenden Anforderungen entsprechen:

● Fogging (DIN 75201-B)
● Geruch (VDA 270 Variante B)
● Emission (VDA 277)
● Formaldehyd (VDA 275)
● Brennprüfung (FMVSS 302)

In Abhängigkeit zu kundenindividuellen Anwendungsparametern kann über das Online Tool „iglidur Experte“ der richtige iglidur® Werkstoff für Innenraum Anwendungen ermittelt werden. Technische Berater stehen auch kurzfristig für eine Anwendungsberatung vor Ort zur Verfügung.

Folgende Materialien werden millionenfach als Gleitlager eingesetzt um Gewicht, Geräusche und Kosten zu senken. Gleichzeitig erfüllen Sie die aufgelisteten Richtlinien:

Geprüfte Materialien Geruchsprüfung nach VDA 270 Variante B Fogging nach DIN 75201-B in mg Emission organischer Verbindungen nach VDA 277 in µC/g Formaldehydemission nach VDA 275 in mg/kg Brennprüfung nach FMVSS 302 in mm/min
iglidur® G 3,0 0,11 ≤ 8 < 0,25 < 8
iglidur® M250 2,5 0,24 ≤ 4 < 0,25 < 0
iglidur® P210 2,0 0,08 ≤ 10 < 0,25 < 26
iglidur® K230 3,0 0,45 ≤ 6 < 1,3 < 27
iglidur® GLW 3,0 0,10 < 1 < 0,25 < 23
RN205 3,0 0,82 ≤ 2 < 0,25 < 15
RN293 2,0 0,64 ≤ 4 < 1,3 < 40
RN329 2,0 0,21 < 1 ≤ 3 < 38
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3 Kommentare
Bernd Schuster

Für Anwendungen im PKW-Innenraum ein definitiv wichtiges Thema

Sebastian Bloechl

Ein sehr wichtiges Thema in der Automobilindustrie, super Beitrag!

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