Welcher Linearachsen-Antrieb ist der Richtige für mich?

Thomas Urbach | 15. Juli 2020

Spindel- oder Zahnriemenantrieb?

Linearachsen sind in der Automation und im Maschinenbau ein wichtiges Element, um von einfachen Verstellaufgaben bis hin zu komplexen präzisen Mehrachssystemen realisieren zu können. Dabei werden Linearachsen und Linearmodule auf unterschiedlichste Weise angetrieben.

Der Spindelantrieb – für hohe Genauigkeit

Ist eine weniger hohe Geschwindigkeit aber dafür eine hohe Genauigkeit gefordert, werden meist Linearachsen mit Trapezgewinde eingesetzt. Auch bei hohen axialen Schubkräften ist die Linearachse mit Spindelantrieb eine gute Wahl. Aufgrund von biegekritischen Grenzdrehzahlen bei Spindeln sind der Verfahrweg (max. 1.500 mm), die Drehzahl und somit die Geschwindigkeit der Spindel stark begrenzt. Die empfohlene Drehzahlgrenze ist abhängig vom Spindeldurchmesser.

Trapezgewinde für große Lasten

Steilgewinde für mittlere Geschwindigkeiten

Mit unserem dryspin Steilgewinde können aufgrund der speziellen Gewindeneigung Genauigkeit und mittlere Geschwindigkeiten kombiniert werden. Dabei ist ein maximaler Verfahrweg von 1.000 mm zu beachten.

Steilgewinde für mittlere Geschwindigkeiten

Wann entscheide ich mich für den Spindelantrieb?

  • Beim Einsatz in Formatverstellung
  • In extremen Umgebungen (Hitze, Kälte)
  • Wenn Korrosionsbeständigkeit gefordert wird
  • Wenn es leise sein soll
  • Bei kürzeren Verfahrwegen bis 1,5 Meter
  • Bei geringer bis mittlere Geschwindigkeit
  • Bei hoher Genauigkeit

Aufbau einer Linearachse mit Spindelantrieb

Aufbau einer Linearachse mit Spindelantrieb
Linearachse mit Spindelantrieb
  1. Schmiermittelfrei durch Kunststofflager und Kunststoffmuttern
  2. Wellenmaterial (Aluminium, Edelstahl, Karbon)
  3. 8 Trapezgewindesteigungen, 4 Steilgewindeneigungen
  4. Grundkörper aus Edelstahl, Aluminium, Zink oder Kunststoff
  5. Spindelbearbeitung nach Zeichnung oder Spindelzapfen
  6. Zubehör lieferbar

Der Zahnriemenantrieb – wenn es schnell gehen soll

Linearachsen mit Zahnriemenantrieb sind besonders für schnelle Positionier- und Handling-Aufgaben geeignet. Lange Verfahrwege bis zum 3000 mm und hohe Geschwindigkeiten sind der Bereich für diesen Linearantrieb.

Wann entscheide ich mich für den Zahnriemenantrieb?

  • Wenn hohe Geschwindigkeiten gefordert sind
  • Bei Verfahrwegen bis 3 Meter
  • Wenn der Aufbau besonders flach sein soll
  • Wenn Positioniergenauigkeit >0,1mm sein darf

Aufbau einer Linearachse mit Zahnriemenantrieb

Aufbau einer Linearachse mit Zahnriemenantrieb
Linearachse mit Zahnriemenantrieb
  1. Umlenkung mit Rillenkugellager
  2. Schmiermittelfreie Linearführung durch Polymergleitlager
  3. Diverse Schlittenlängen
  4. Polyurethan (PU)- oder Neopren-Zahnriemen
  5. Hartanodisiertes Aluminium

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drylin ECON Serie

Der Autor Dipl.-Wirt.-Ing. Sebastian Wiederhold ist Produktmanager bei der igus® GmbH und Experte für Antriebstechnik


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