Edelstahl Linearmodule in der Antriebstechnik

Thomas Urbach | 24. April 2020

Wo werden Linearmodule aus Edelstahl eingesetzt und welche Vorteile haben sie?

Linearmodule und Linearachsen in der Chmieindustrie, Lebensmittelindustrie und Pharmaindustrie

Edelstahl ist nicht gleich Edelstahl

Man unterscheidet zwei Arten von Edelstahl, die in der linearen Antriebstechnik Verwendung finden. Zum einen X46/X90 Edelstahl und V2A/V4A Edelstahl. Beim X46/X90 handelt es sich um ein gehärtetes Edelstahlmaterial, während mit V2A/V4A ein nicht gehärteterEdelstahl beschrieben wird.

Gehärteter V2A Edelstahl

Die Führungen von Linearmodulen und Linearachsen aus gehärtetem Edelstahl werden meist in Kombination mit Kugelumlaufsystemen und Wälzlagerführungen angeboten. Die Metallkugeln im Führungssystem brauchen dabei einen starken Gegenpart, um ein Einlaufen der Kugeln zu verhindern. Gehärteter Edelstahl – wie z. B. 1.4034, 1.4112, 1.4125 – weist einen vergleichsweise hohen Kohlenstoffanteil (C-Gehalt über 0,5 %) auf um ein härten überhaupt möglich zu machen. Dadurch wird der gehärtete Edelstahl nur bedingt korrosionsbeständig. Die erforderliche Schmierung der Kugelumlaufsysteme und Wälzlagerführungen bedingt die Gefahr der Kontaminierung der Produkte, was in vielen Bereichen unerwünscht ist.

Nicht gehärteter V4A Edelstahl

Der nicht gehärtete Edelstahl hat zwar durch den kleineren Anteil Kohlenstoff eine geringere Härte, ist dafür aber deutlich resistenter gegen Korrosion oder aggressive Reinigungsmittel und Chemikalien. Da Kugelumlaufsysteme oder Wälzlagerführungen jedoch weniger geeignet sind auf nicht gehärtetem Edelstahl zu verfahren, wird ein so genanntes Gleitlagersystem verwendet. Die punktuelle Krafteinwirkung auf das Schienenmaterial wird so in eine Flächenkraft geändert. Die Belastung auf die Linearschiene wird auf eine größere Fläche verteilt und eine Materialabnutzung vermieden.

Linearachsen mit Gleitlager im Vergleich zu Kugelumlaufsystemen
Gleitlagersystem (links im Bild) im Vgl. zum Kugelumlaufsystem (rechts im Bild)

Das Prinzip „Gleiten statt Rollen“

Die Vorteile von Gleitlagerfolien im Vergleich zum Kugelumlaufsystem

Die von igus eingesetzten Gleitlagerfolien aus Hochleistungspolymeren verfahren schmierfrei, sind wartungsfrei und sind somit der ideale Partner für Edelstahl Linearmodule. Die Kombination aus Gleitlagersystem und Edelstahl-Linearachse wird in bestimmten Anwendungen aufgrund der Vorteile, die das lineare Antriebssystem mit sich bringt, eingesetzt.

Edelstahl-Linearmodule in der Anwendung

Besonders dort, wo auf Schmiermittel verzichtet werden muss und Bauteile einer Maschine in Kontakt mit Lebensmitteln, starken Reinigungsmitteln oder sogar Chemikalien kommen können, ist Edelstahl als Material gefragt. Um den Aufwand von Wartung und Reinigung auf ein Minimum zu reduzieren, hat igus Linearmodule und Linearachsen für genau diesen Bedarf entwickel – drylin® E Linearmodule aus Edelstahl.

Häufiger Einsatz von Edelstahl-Linearmodulen mit Gleitlagersystemen:

  • Chemieindustrie
  • Pharmaindustrie
  • Lebensmittelindustrie

Die Vorteile von igus Edelstahl-Linearführung mit Gleitlagersystem

  • Wartungsfrei durch selbstschmierende Hochleistungspolymere
  • Besonders korrosionsbeständig durch Edelstahl V2A (AISI 304) und V4A (AISI316/316TI)
  • Hohe Beständigkeit bei Kontakt mit Chemikalien und Reinigungsmitteln
  • Konfigurierbar mit drylin® E Schritt-, DC und EC/BLDC Motoren
  • Motorsteuerung dryve D1 lieferbar

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