Energieketten in Werkzeugmaschinen hängend einbauen

mkogelmann | 3. April 2020

Egal ob in Handling oder in Werkzeugmaschinen, bei vertikalen Bewegungen müssen die Energiezuführungen oft „hängend“ eingeplant werden.

Eigentlich keine große Herausforderung, dennoch muss man bei der Planung und Konstruktion einige Aspekte beachten und berücksichtigen.

Pendelnd oder starr? Welche Anschlussart ist richtig?

Pendelnde Anschlußelemente bieten den Vorteil, dass bei begrenztem Einbauraum, das Maß für den Kettenbahnhof (Maß „D“ in den Katalogangaben) um etwa eine Gliedlänge reduziert werden kann. Bei hängendem Einbau können pendelnde Anschlußelemente immer dann einsetzten, wenn keine zusätzlichen Kräfte in Längsrichtung auftreten. Ist dies der Fall müssen dann starre oder Abstützungen im Außenradius eingeplant werden.

pendelnd
starr

Natürlich kann man auch „mischen“, je nachdem wie meine jeweilige Umgebungskonstruktion aussieht.

Welchen Einbauraum benötige ich horizontal?

Der minimal benötige Einbauraum ergibt sich aus 2x Radius + Kettenaußenhöhe. Je nach Kettengröße und Radius empfiehlt es sich aber noch zusätzlich etwas Platz (20 – 30 mm) vorzusehen. Auch empfiehlt es sich oft die e-kette OHNE Vorspannung zu bestellen. Man ergänzt hierbei einfach die Artikelnummer der jeweiligen Energiekette um ein „.NC“, z.B. 2500.05.075.0.NC.

Was tun bei Querkräften?

Ist die Energiekette auf einen Schlitten aufgebaut, der quer zur Einbaurichtung der e-kette, verfährt, muss diese die auftretenden Beschleunigungskräfte zusätzlich aufnehmen. Um hierbei ein Überbelasten der e-kette zu vermeiden müssen in solchen Fällen seitliche Stützbleche vorgesehen werden. Je nach auftretenden Kräften, Länge der e-kette und zusätzlichem Befüllgewicht ist auch die Länge der Unterstützung zu wählen. Besonders geeignet für solche Anwendungsfälle sind e-ketten Serien mit Hintergriff.

Wie müssen Leitungen und Schläuche verlegt und zugentlastet werden?

Diese beiden Punkte sind wichtig und müssen besonders beachtet werden. Sichere

Zugentlastungen und saubere Aufteilung der Leitungen sind Grundvoraussetzung für den hängenden Einbau. Alle Leitungen und Schläuche müssen so zugentlastet werden, dass sie ihr eigenes Gewicht tragen können und nicht nachrutschen können. Die Energiekette dient hierbei nur als Führungselement, übernimmt aber keine Stütz- oder Haltefunktionen.

Geeignete Zugentlastungselemente sind hier igus CFX- Bügelschellen, CFB-Zugentlastungsstecksystem oder auch Zugentlastungskämme.

Alle Leitungen und Medienführungen müssen sauber voneinander getrennt verlegt werden, die Platzanforderungen sind wie in anderen Einbauarten einzuhalten.

Bei elektrischen Leitungen plant man 10% des Leitungsdurchmessers mindestens jedoch 1mm als Freiraum links und rechts, sowie 10% oder mindestens 2mm über der elektrischen Leitung ein. Bei Hydraulikschläuchen sind es mindestens 20%.

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