Axiallager – 2 Kostengünstige Alternativen

Lars Butenschön | 21. Juli 2020

Die klassische Lagerstelle aus dem Maschinenbau-Lehrbuch sieht eine einfache Welle in einem Kugel- oder Nadellager vor, das in radialer Richtung lagert. Doch was, wenn die Lagerstelle axial gelagert werden muss? Nicht selten müssen Bolzen oder Stangen an den Enden in axialer Richtung gelagert werden oder in vertikaler Lage beweglich gestützt werden. Die Kataloge verschiedener Lagerhersteller sehen hierfür sogenannte Axiallager vor. Diese Axiallager gibt es wiederum in den verschiedensten Variationen. Vom Axialkugellager bis zum Axialnadellager. Dabei bergen diese Lösungen die gleichen Tücken wie ihre „radialen“ Gegenstücke. Sie bestehen aus vielen Einzelteilen, brauchen permanente Schmierung und vertragen häufig weder Schmutzeintrag noch Feuchtigkeit. Dabei gibt es kostengünstige Alternativen, die sich häufig genauso gut eignen. Hier zeige ich Ihnen einige davon:

Die Anlaufscheibe als Axialalger. Warum kompliziert, wenn´s auch einfach geht.

Die einfachste Lösung ist oft die beste. Warum nicht statt eines komplexen Bauteils mit diversen beweglichen und verschleißenden Komponenten eines wählen, das ganz ohne bewegliche Teile auskommt und weder zusätzliche Schmierung noch sonstige Wartung benötigt? Häufig tut´s auch eine einfache Anlaufscheibe aus Kunststoff. Generell sind Kunststoffe natürlich in vielen Belangen nicht genauso widerstandsfähig wie metallische Teile gleicher Form. Doch das müssen sie auch nicht.

Eine Anlaufscheibe. Einfach ist oft am besten.

Die mechanischen Festigkeitswerte von Stählen werden in Kugel- und Wälzlagern längst nicht immer ausgereizt. Hinzu kommen die erwähnten Nachteile, die diese Werkstoffe mit sich bringen. Sie müssen permanent geschmiert werden. Jegliche ungeschmierte Relativbewegung ist zu vermeiden. Besonders auf Reibwerte und Verschleißbeständigkeit hin optimierte Kunststoffe, wie zum Beispiel iglidur® (Was ist iglidur®? – Hier erfahren Sie mehr) spielen hier all ihre Stärken aus. Zusätzlich gibt es durch die Flexibilität der Werkstoffe Lösungen für besondere Anforderungen wie extreme Temperaturen, Lebensmittelechtheit

Der Vorteil liegt auf der Hand. Eine einfache Scheibe als Axiallager, bestehend aus einem trocken laufenden und gleichzeitig hoch verschleißfestem Material. Ein mal eingebaut und fertig. So sparen Sie einfach und schnell nicht nur Kosten bei der Beschaffung, sondern auch nachhaltig bei der Wartung und Pflege der Maschine. Gleichzeitig sparen Sie auch noch Gewicht ein, was die Energie-Effizienz (oder je Nach Anwendung die Ergonomie) der gesamten Baugruppe erhöhen kann.

Das Axialgleitlager – Für ungünstige Gleitkombinationen

Einer der Wermutstropfen bei Anlaufscheiben ist, dass anders als bei Axialkugel- oder wälzlagern die Relativbewegung zwischen der Anlaufscheibe und der Welle bzw. den beweglichen Bauteilen stattfindet. Unabhängig davon, ob der Verschleiß wie geplant an der Oberfläche der Anlaufscheibe stattfindet, hängt dieser Verschleiß dennoch stark von der Oberflächenbeschaffenheit der übrigen Reibpartner ab. Ein Beispiel: Gleitlagerwerkstoffe sollten grundsätzlich so gewählt werden, dass sie weicher sind als ihre Gegenlaufpartner. Ein glasfaserverstärkter Gleitlagerwerkstoff neigt dazu, „weiche Stähle“ förmlich glatt zu schleifen. Verwenden Sie also besser einen möglichst „weichen“ Kunststoff. Wird hingegen ein Gegenlaufpartner mit einer relativ verzinkten rauen Oberfläche gegen ein weiches Kunststofflager bewegt, reibt dieser recht schnell den Kunststoff weg.

Klingt kompliziert, in der Praxis kommt dies jedoch seltener vor. Einerseits weil es eine Vielzahl recht flexibler Gleitlagerwerkstoffe gibt, andererseits, weil es im Fall der Fälle entsprechende Hilfsmittel gibt. Zum Beispiel mit unserem iglidur® Gleitlager-Rechner oder mit entsprechender Beratung.

iglidur® Axial-Gleitlager. bestehend aus Aluminium und Kunststoff

Eine weitere Alternative stellen sogenannte Axial-Gleitlager dar. (Sie merken, die Begrifflichkeiten klingen allmählich etwas redundant). iglidur® Axialgleitlager besehen aus 2 Ringen, die gemeinsam ein vor-abgestimmtes und optimiertes System aus Reibpartnern bilden. Somit findet die Relativbewegung nur noch innerhalb des Bauteils und nicht mehr zwischen Welle oder Gehäuse und Lager statt. Auch hier können Sie durch den Wegfall von Schmierung und Wartung, sowie den einfacheren Aufbau des bauteils Kosten und Gewicht einsparen.

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Im Zuge der Standardisierung und vereinheitlichung von Stücklistenkomponenten wird häufig auf überdimensionierte Bauteile zurückgegriffen. Dabei steckt hier häufig großes Einsparpotenzial durch die Verwendung kostengünstigerer oder effizienterer Bauteile. Unsere igus® Anwendungsberater ermitteln mit Ihnen gemeinsam schnell und kostenlos Einsparpotenziale. Das günstigste Gleitlager – ob als Radiallager oder Axiallager – das garantiert funktioniert. Online, telefonisch oder persönlich bei Ihnen vor Ort.

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