Ein Autoleben (lang) ohne Schmierung

Dirk Tietz | 13. Mai 2020

Viele Lagerstellen in Fahrzeugen müssen ihr Leben lang ohne externen Schmierstoff wie Fett oder Öl arbeiten, dürfen dabei aber nicht ausfallen oder Geräusche verursachen. Wie ist das über viele Jahre möglich?

Zunächst gibt es Grundsätzlich mehrere Arten der Schmierung:

  • Verbrauchs- oder Verlustschmierung: Alter Schmierstoff wird kontinuierlich oder zyklisch durch neuen ersetzt. Häufig eingesetzt z.B. an Landmaschinen, die über Schmiernippel regelmäßig geschmiert werden müssen. An modernen PKWs aber kaum noch anzutreffen.
  • Umlaufschmierung: Der klassische Schmierstoffkreislauf im Verbrennungsmotor mit Ölwanne, -pumpe und -filter. Über eine Pumpe und Kanäle wird mit hohem Druck überall dort hin Öl gedrückt, wo es zur Schmierung hin muss. Dass Öl muss durch Verschleiß, Verdünnung und Verunreinigung regelmäßig ausgetauscht werden.
  • Tauchschmierung: Untere Zahnräder eines Getriebes liegen konstant in Öl und nehmen bei Bewegung den Schmierstoff mit zu höher liegenden Lagerstellen oder Zahnrädern.
  • Lebensdauer- oder Initialschmierung: Für z.B. Aktuatoren in Fahrzeugen eine übliche Schmierung während der Herstellung. Einmalig wird Fett eingebracht und die Lagerstelle dann häufig verschlossen oder gekapselt.
  • Selbstschmierung: Zum einen können verschleißarme Reibpartner mit einem geringen Reibungskoeffizienten kombiniert werden. Zum anderen, und wesentlich häufiger, werden Festschmierstoffe (z.B. Graphit, PTFE u.a.) direkt im Lagerwerkstoff integriert

Tribologiespezialisten wie die igus GmbH konzentrieren sich auf selbstschmierende Kunststoffgleitlager, da sie weitere Vorteile gegenüber Metall-, Keramik- oder anderen Lagerwerkstoffen bieten.

Unter dem Markennamen iglidur® werden Materialen entwickelt, die durch den Zusatz von Festschmierstoffen für äußerst geringe Reibwerte sorgen. Entsprechend der Anwendung und gewünschter performance sind zusätzlich unterschiedliche Faserwerkstoffe integriert die enorm hohe Belastungen auf das Lager zulassen. In der Bewegung setzen sich die homogen verteilten Festschmierstoffe frei und sorgen so für die Selbstschmierung.

Homogenes iglidur® Tribopolymer unter dem Mikroskop:

iglidur® Basispolymer mit Additiven

Selbst bei höherem Verschleiß ist eine optimale Schmierung über die gesammte Lagerdicke gegeben. Ein deutlicher Vorteil gegenüber sehr dünn mit PTFE beschichteten Metallagern, die nach Beschädigung oder Verschleiß der Schicht nur noch Notlaufeigenschaften bieten. In Öl getränkte Lager benötigen relativ hohe Gleitgeschwindigkeiten um ihr Öl verteilen zu können. Hat sich dieses verflüchtigt oder ist nach einiger Zeit „verharzt“, sind ebenfalls nur noch Notlaufeigenschaften gegeben.

Für Wälz oder Kugellager aus Metall bedeutet der Verlust oder Mangel an Schmierstoff ebenfalls ein schnelles Ende. Wenn die technischen Parameter den Einsatz von Gleitlagern zulassen (z.B. P*V Wert, Temperatur) bieten sie neben den Kosten, in der Regel auch einen technischen Vorteil.

Gerne präsentieren wir Ihnen weitere Vorteile und Einsatzmöglichkeiten unserer tribologisch optimierten Polymergleitlager.

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PS: Ob Gleitlager, sphärische Lager, Linearlager, Kugellager, Sonderslider, Zahnräder oder individuelle Wunschgeometrie, mit dem iglidur® Designer  bleiben keine Wünsche offen. Bauteil jetzt anfragen und heute noch ein Angebot erhalten.

Mehr Infos: Automobilindustrie, Kunststoff-Gleitlager für Automotive Interieur, Exterieur und Motorraum-Anwendungen

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