Wartung von Gleitlagern … Ist Wartungsfreiheit gleich Trockenlauf?

Uwe Sund | 16. April 2020

Beim Betrieb von Maschinen ist die Wartung ein zentraler Punkt.

Einerseits wird dadurch die Betriebssicherheit gewährleistet. Andererseits ist Wartung mit Aufwand verbunden.

Dieser Aufwand gliedert sich wie folgt auf:

Während der Wartung steht die Maschine still. Je nach Maschine ist das teuer. Eine Baumaschine kann nicht vermietet werden.

Und je nach Einsatzfeld problematisch … Wolken am Horizont und die Erntemaschine erstmal abschmieren. Dazu bedarf es sehr guter Nerven.

Kosten für notwendiges Material. Wenn eine große Baumaschine oder eine Sämaschine mit vielen Reihen abgeschmiert wird dann sind das durchaus beachtliche Beträge allein für das Fett.

Bei der Arbeit … am Feldrand, mal eben bisschen Warten – unter prekären Bedingungen und einem Eimer Fett (Quelle: eigene Anfertigung)

Kosten für die notwendige Arbeitskraft. Bei einem großen Teleskopkran rechnet man mit einem halben Tag für zwei erfahrene Monteure. Auch bei einer Sämaschine kann sich das auf Grund der vielen Schmierstellen schnell summieren … Und wenn ein paar Schmiernippel nicht mehr mitmachen umso unangenehmer.

Und wenn nicht gewartet wird?

… dann kann es zu Maschinenausfällen mit erheblichen Konsequenzen kommen.

… dann wird etwas Fett nicht mehr helfen.

… dann geht es schnell um eine komplette Überholung der Lagerstelle.

… dann war es wohl zu spät.

Ist das Lager komplett verschlissen läuft die Welle in der Aufnahme. Mal eben den Lagersitz eines Radladers in der Kiesgrube wieder „in Form bringen“, die Erfahrung möchte niemand machen, da reicht die bloße Vorstellung, um stärkeres Unwohlsein auszulösen.

Also, immer schön Schmieren, ganz nach dem Grundsatz „viel hilft viel“.

Sind Wartungsintervalle aber lang und somit planbar, kann die Maschine dann geschmiert wird, wenn ein Stillstand weniger störend ist (nachdem die Ernte in der Scheune ist). „Predictive maintenance“

Sieht die Vorgabe aber so aus:

Alle 8 Stunden … bitte nicht während der Ernte. (Quelle: eigene Anfertigung)

Dann wird es eng … also raus aus der Kabine, die Fettpresse in die Hand und ran an die Arbeit.

Ein Fakt ist, dass die typischen metallischen Gleitlager geschmiert werden müssen, um als System zu funktionieren. Fett ist ein Teil des Systems.

Metallisches Gleitlager + Fett + Welle = Lagersystem

iglidur Gleitlager hingegen sind selbstschmierend, Zugabe von Fett ist nicht notwendig.

Die „Formel“ ist entsprechend kürzer:

iglidur Gleitlager + Welle = Lagersystem

Also, erstmal Entwarnung. In dem System iglidur Gleitlager + Welle ist keine Schmierung und die damit verbundene Wartung notwendig. Kein Aufwand, kein Stillstand, kein Maschinenausfall, keine Kollateralschäden.

Der Hinweis könnte dann so aussehen:

Nicht schmieren müssen – das tut gut! (Quelle: eigene Anfertigung)

Da in der Praxis in aller Regel weder Welle noch Aufnahme korrosionsgeschützt sind, würde es bei Abwesenheit von Fett unter Umständen zu Korrosionsproblemen kommen. Für diesen Fall sollte „von Zeit zu Zeit“ etwas Fett zugeführt werden. Nicht um das Lager zu warten, nur um den Korrosionsschutz sicherzustellen.

Details zu diesem Punkt werden hier behandelt:

In jedem Fall können Wartungsintervalle weit auseinandergezogen und besser eingeplant werden. Bei Anwendungen im Agrarbereich bietet sich zum Beispiel Anfang oder Ende der Saison an.

Unter Umständen kann sogar eine Einmalschmierung (Montageschmierung / Initialschmierung) für die gesamte Lebensdauer ausreichend sein.

Dann ist es zwar kein Trockenlauf, aber wartungsfrei!

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