Pulverbeschichtung als Verschleißschutz? – So gehts!

Marc Trenkler | 2. August 2022

Pulverlack oder auch Pulverbeschichtungen genannt lassen sich einfach mittels elektrostatischer Aufladung auf leitfähigen Materialien aufbringen. Hierzu wird das Bauteil aufgeladen und das Pulver mittels einer Lackierpistole im Tribo- oder Coronaverfahren aufgebracht. Das Pulver haftet am Bauteil und baut somit eine gleichmäßige Schicht auf. Im Anschluss wird das Bauteil Eingebrannt. Je nach Bauteil und Material liegt die Haltezeit bei 5 – 30min. Anders als beim Nasslack können Sie nach dem Einbrennen das Bauteil direkt verwenden, da es keine Durchhärtezeit gibt.

Wie funktioniert Pulverbeschichten? – Wikipedia

Verschiedene Beschichtungspulver

Es gibt unterschiedliche Pulver, die in den verschiedensten Anwendungen zum tragen kommen können. Sei es aus optischen oder auch aus technischen Gründen. Polymerbeschichtungen aus iglidur® IC Materialien als Beispiel dienen als direkte Verschleißschicht und können somit den Reibwert und Verschließ in einer Anwendung reduzieren ohne zusätzliche Bauteile in die Konstruktion einbringen zu müssen.

Verschiedene Pulver und Musterplatten, Polymerebeschichtung und Pulverlack
iglidur® IC Pulver und Musterplatten

Schichtstärken von Pulverbeschichtungen

Eine Schichtstärke von etwa 60 – 120µm ist hier der Standard. Jedoch kann je nach Anforderung auch eine höhere Schichtstärke erreicht werden. Durch Mehrfachbeschichtung je nach dem sogar bis zu 500µm. Somit hat man eine dickere Verschleißschicht um das Bauteil zu schützen.

Oberfläche von Bauteilen und Beschichtung

Zur Vorbereitung muss der Untergrund frei von Fetten, Ölen, Trenn- und Ziehmittel sowie von Schmutz, Korrosionsprodukten und anderen Verschmutzungen sein. Vorbehandlungen, wie z.B. Strahlen, Aufrauen, Phosphatieren, Entzundern, etc. können zu einer besseren Haftung beitragen.

Je nach Pulver und Schichtstärke bekommt man eine grobe oder glatte Oberfläche. Wobei man die Rauheit bei Beschichtungen mit den bekannten Methoden nicht bestimmen kann. Generell ist es bei Polymerbeschichtungen so, dass auch wenn die Oberfläche zunächst rau ist, sich einläuft und keinen negativen Einfluss auf den Reibwert nimmt. Grundsätzlich kann man die Beschichtete Oberfläche auch nachbearbeiten, wie zum Beispiel polieren.

Auslegung des zu beschichtenden Bauteils für die Pulverbeschichtung

Bei Bauteilen mit 90° Kanten sollte man darauf achten, das es zur Kantenflucht kommen kann. An den Kanten ist die Beschichtung dann dem entsprechend dünner. Entgegenwirken kann man mit einer Verrundung der Ecken. Es ist für den Beschichtungsprozess hilfreich Bohrungen im Bauteil zu haben welche es erlauben diese aufzuhängen.

Was ist die Kantenflucht? – Wikipedia

Sollten Bohrungen generell mit beschichtet werden, so gilt folgende grobe Faustregel: 10mm Bohrungsdurchmesser kann bis zu 10mm tief beschichtete werden. 20mm mit 20mm tiefe, bis ca. 30mm. Das liegt an der Lackierpistole und der Aufladung des Bauteils. Wenn man sein Bauteil nur an bestimmten stellen beschichten möchte, können die Stellen abgeklebt/maskiert werden. Dieses ist meist mit Mehraufwand verbunden und teurer als direkt das gesamte Bauteil zu beschichten, da das benötigte Pulver nicht so stark ins Gewicht fällt.

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