Gleitlager Abmessungen richtig wählen – 3 Tipps

Lars Butenschön | 20. Mai 2020

Oft genug ist die Auswahl der Gleitlager Abmessungen durch die umliegenden Komponenten wie Aufnahmebohrung, Welle und sonstige Elemente ohnehin eng vorgegeben. Ob es dann das Lager mit 10 oder 12 mm Länge wird entscheidet sich dann nur noch am Preis oder der Verfügbarkeit. Doch was, wenn diese Einflussfaktoren die Wahl so eng begrenzen, dass ein Sonderteil her muss? Hier lauern einige Stolperfallen, die durch sinnvolle Designentscheidungen vermieden werden können. Hier sind 3 Tips, wie Sie Gleitlager Abmessungen sinnvoll wählen.

Dünnwandige Gleitlager – Geeignete Werkstoffe und Verfahren wählen

Gleitlager Abmessungen, die Wandstärken unterhalb von 1 mm oder gar 0,5 mm ergeben, sind abhängig von den übrigen Abmessungen schwer herzustellen. So entscheidet bei metallischen Gleitlagern die Formstabilität und Verfügbarkeit von Blechen über die Herstellbarkeit. Dagegen ist Bei Gleitlagern aus Kunststoff die Gestaltung und Prozesssicherheit der Spritzgussform entscheidend. Nachteilig wirken sich hier ungünstige Kombinationen aus langen Buchsen bei gleichzeitig verhältnismäßig kleinen Durchmessern aus. Diese können schwerer zu entformen sein.

Eine andere Möglichkeit bieten Beschichtungen. Wählen Sie anstelle eines Gleitlagers eine geeignete Beschichtung für die Wellen. Diese Beschichtungen können in Stärken von wenigen µm bis mehreren Hundert µm aufgetragen werden (Hier erfahren Sie mehr über unsere Tribo-Beschichtungen).

Beschichtungspulver und beschichtetes Bauteil aus Metall
Beschichtungspulver und beschichtetes Bauteil aus Metall (Quelle: igus GmbH)

Dickwandige Gleitlager Abmessungen – Mehr ist nicht immer besser

Wie bereits in einem separaten Blogpost beschrieben, bietet ein „Mehr“ an Wandstärke nicht unbedingt Vorteile für die Tragfähigkeit und das Verschleißverhalten von Gleitlagern. Gerade bei Gleitlagern aus Kunststoffcompounds kann sich dies sogar nachteilig auswirken. Nichtsdestotrotz sparen Sie mit Gleitlagern aus Kunststoff bei dickeren Wandstärken Gewicht und aufgrund des im Vergleich zu Stahl oder Bronze günstigeren Werkstoffs und Herstellungsverfahrens bares Geld.

Weitere Risiken bergen zu dicke Wandstärken bei der Herstellung im Spritzguss. Zu dicke Bauteil-Stellen neigen nach dem Spritzvorgang zum „Einfallen“ – kleine oder größere Vertiefungen in der Bauteiloberfläche. Diese lassen sich durch geschickt platzierte Aussparungen oder fachwerkartige Stützkonstruktionen umgehen.

Stößt der Spritzguss doch ans Limit, lassen sich durch weitere Herstellungsverfahren Lösungen aus Kunststoff herstellen. Gewickelte Buchsen aus Filamentgewebe stellen hier eine flexible und vergleichsweise kostengünstige Fertigungsmethode dar.

"Roving"-gewickeltes Gleitlager aus Filamentgewebe
„Roving“-gewickeltes Gleitlager aus Filamentgewebe (Quelle: igus GmbH)

Lange Gleitlager – Mehrteilige Lösungen anstreben

Gleitlager mit im Verhältnis zum Durchmesser besonders langer, rohrförmiger Geometrie können ebenfalls problematisch sein. Lange Gleitlager sind schwierig in präzisen Toleranzen herzustellen. Dabei ist gerade bei diesen Lagern häufig der Rundlauf und die Passgenauigkeit enorm wichtig. Hier ist es besser, möglichst mehrteilige Designs zu wählen. Auch muss nicht immer unbedingt der gesamte Bauraum zwischen Wellen und Aufnahmebohrung durch Gleitlager gefüllt werden. Dabei genügt es häufig, lediglich die Enden mit einem Gleitlager auszustatten. Angestrebte Kostenvorteile durch einteilige Lösungen können hier sehr schnell durch Mehrkosten bei der Herstellung zunichte gemacht werden.

Kostenvorteile finden und Kostenfallen vermeiden: Wir beraten Sie gerne

Doch dies waren nur einige Verbesserungsmöglichkeiten und potenzielle Stolpersteine, die viel Geld sparen oder auch kosten können. Daher unterstützen wir Sie gerne bei der Auslegung Ihrer Lagerstellen und finden mit Ihnen gemeinsam die beste und kostengünstigste Lösung – entweder mit Gleitlager Abmessungen von der Stange oder individuellen Lösungen passend für Ihre Anforderungen.

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