So werden elektrische Schiebetore zuverlässiger

Peter Wirth | 11. Oktober 2021

Defekte an elektrischen Schiebetoren sind ärgerlich. Sie verschlingen Zeit und verursachen Kosten –etwa dann, wenn Lkw das Firmengelände nicht mehr befahren können. Für mehr Ausfallsicherheit sorgt microflizz – ein mit dem iF Design Award prämiertes Energieführungssystem von igus. In diesem Beitrag zeige ich Ihnen, welche Vorteile das System bietet.

Ich wohnte in einer Wohnsiedlung in Köln. Tiefgarage inklusive. Eigentlich Luxus, aber auch immer wieder Ärgernis. Denn, ohne Übertreibung: Das Rolltor der Garage war in den Jahren rund vier Monate pro Jahr kaputt. Es blieb einfach offenstehen. Techniker ließen wochenlang auf sich warten. Eine Einladung an Diebe, die gerne zuschlagen. Zwei Motorräder wurden bereits geklaut.

Doch jetzt genug gejammert. Lieber positiv denken. Was gibt es also für Möglichkeiten, die Zuverlässigkeit von Schiebetoren zu erhöhen? Unsere Antwort setzt bei der Energieführung an. Um Leitungen für Energie und Daten in Toranlagen über Längen von bis zu 100 Metern ausfallsicher zu führen, haben wir microflizz entwickelt – ein mit dem iF Design prämiertes Energieführungssystem, das drei Komponenten umfasst: Leitungen der Serie chainflex, eine Energiekette aus Hochleistungskunststoff und eine Umhausung aus Aluminium. Welche Vorteile das System bietet? Mehrere, die ich im Folgenden vorstelle.

microflizz trotzt Wind und Wetter

Wind, Regen, Schnee und Frost sind ständige Widersacher von Schiebetoren. Korrodieren sensible Bauteile, ist der Ausfall nicht fern. Wir haben microflizz deswegen so konstruiert, dass das System auch in rauen Umgebungsbedingungen zuverlässig arbeitet. Entscheidend dafür war die Wahl passender Materialien. Die Leitungen für Energie und Daten sind in e-ketten eingelegt, die aus Hochleistungskunststoff bestehen – ein Material, das korrosionsfrei ist und auch bei hoher Luftfeuchtigkeit und Frost zuverlässig arbeitet. Der Umhausung der e-kette kann die Witterung ebenfalls nichts anhaben. Sie besteht aus eloxiertem Aluminium und ist zum Schutz der e-kette vor Schmutz und Staub dreiseitig geschlossen.

Konstruktions-Kniff reduziert Verschleiß der Energieketten

Schiebetore bewegen sich ständig – oft Tag und Nacht, an 365 Tagen im Jahr. Bauteile sind permanenter Belastung ausgesetzt. Entsprechend wichtig ist es, dass Komponenten verschleißfest sind. Um das zu erreichen, haben sich unsere Konstrukteure einen Kniff einfallen lassen: Sie haben Seitenflügel mit einem Federelement in die Glieder der e-kette integriert. Sie halten die Kette in gestrecktem Zustand sicher in einer Nut im oberen und unteren Teil der Aluminium-Einhausung. Biegt sich die Kette, klappen die Flügel automatisch ein. Die Energiekette kann so die Nut verlassen und sich frei ablegen.

Warum das die Verschleißfestigkeit erhöht? Weil sich Ober- und Untertrum der e-kette nicht aufeinander ablegen müssen, um einen sicheren Lauf zu garantieren. Dieser zuverlässige Lauf funktioniert dank der Umhausung bei der microflizz berührungslos. Und wenn sich Komponenten nicht berühren, verschleißen sie weniger. Logisch. Entsprechend langlebiger werden Schiebetore. Auch logisch. Das beweisen übrigens auch Tests im hauseigenen, 2.700 m2 großen igus-Labor. Selbst nach einer Million Doppelhübe und einer zurückgelegten Strecke von über 6.000 Kilometern waren an der Energiekette des microflizz-Systems so gut wie keine Abnutzungen sichtbar. Ebenso robust sind die Leitungen der Serie chainflex, auf die wir eine überdurchschnittlich lange Garantie von 36 Monaten geben.

Anwender sparen Energie

microflizz macht Schiebetore aber nicht nur zuverlässiger. Anwender profitieren auch von vielen anderen Vorteilen. So sparen sie Energie. Warum? Weil sich Ober- und Untertrum der e-kette nicht berühren und entsprechend kaum Reibungskräfte entstehen. Und weniger Reibung bedeutet reduzierte benötigte Antriebsleistung. Und somit sinkenden Energiebedarf.

Darüber hinaus spart das System Bauraum. Die Umhausung der Serie MF06 beispielsweise, die sich horizontal und vertikal einbauen lässt, ist lediglich 108,48 mm hoch und 29,5 mm breit. Zudem lassen sich in den e-ketten neben Energieleitungen auch Schläuche und chainflex Lichtwellenleiter mit Datenraten von bis zu 10 GBit/s unterbringen. Durch eine gegenläufige Anordnung können sogar zwei e-ketten gleichzeitig in einem Führungskanal laufen. Auch diese Flexibilität ist ein Grund, weshalb microflizz in immer mehr Schiebetoren weltweit zu finden ist. Ein schönes Anwendungsbeispiel ist ein Flugzeughangar, wo die microflizz bereits ihre Dienste leistet.

Und welche Erfahrungen haben Sie mit Schiebetoren gemacht? Was ist Ihrer Meinung nach die Achillesferse? Was gilt es zu verbessern? Wir freuen uns auf Ihre Kommentare!

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