Kunststoffe in Bahn- und Lokführersitzen

Thorsten Mersch | 3. April 2020

Was haben Klappsitze für Metros, Sitze in der ersten Klasse einer Regionalbahn und ein bequemer Lokführersitz gemeinsam? Auf dem ersten Blick wahrscheinlich nur die offensichtliche Sitzfläche und Rückenlehne. Geht man aber ins Detail merkt man, dass jeder Sitz auch Kunststoffelemente einsetzt. Warum gerade Kunststoff? Vibrationen werde mehr durch den weichen Kunststoff gedämpft und somit auch die Geräuschentwicklung mehr geschluckt als bei einem metallischen Lager. Man stelle sich nur vor bei 700 Sitzen in einem Zug würden alle Armlehnen vibrieren. Das Ruheabteil könnte abgeschafft werden.

Hinzu kommen Linearführungen mit Kunststoffgleitern, die für die Sitzflächenverstellung eingesetzt werden. Hier haben Tests gezeigt, dass eine Lösung mit Kunststoffen die Geräusche im Vergleich mit kugelgeführten Systemen um das 4-fache senken kann.

Neben dem leisen Lauf bieten Kunststoffe ebenso Vorteile beim Gewicht. Bei zwei kleinen Gleitlagern am Klappsitz macht es keinen Unterschied? Vermutlich nicht. Aber bei modernen Sitzen kommt einiges noch hinzu. Die Verstellung der Fußstütze, Gleitleisten in Kopfstützen und Klapptischen, Gleitringe für die Drehung des ganzen Sitzes und eine Höhenverstellung. Nicht nur im Flugzeugbau, auch bei der Bahn wird um jedes Kilogramm gekämpft.

0 0
Gerne können Sie den Artikel auch kommentieren - wie freuen uns auf Ihre Meinung!

Artikel Schlagwörter:

Newsletter:

Bitte wähle ein Thema