Der igus Haftvermittler – die Lösung für Tribo-Filamente

Niklas Eutebach | 3. April 2020

Bauteil haftet nicht auf der Druckplatte – ein bekanntes Problem

Nutzer von Filament-3D-Druckern kennen es: Ein häufiges Problem bei der Verarbeitung von Filamenten besteht darin, dass das Bauteil nicht richtig am Druckbett haftet. In der Folge heben sich die Ecken des Bauteils ab, es kommt zu unschönen Verformungen, und im schlimmsten Falle löst sich das Bauteil von der Druckoberfläche. Der Verzug des Bauteils und damit auch intern auftretende Spannungen können bei Belastung mitunter zu einem Delaminieren der Schichten und zu Rissen führen. Dieses Problem tritt bevorzugt bei anspruchsvolleren Materialien auf – und betrifft insbesondere Entwickler von sehr speziellen Anwendungen, die auf solche Werkstoffe angewiesen sind.

Eine Möglichkeit um den Verzug des Bauteils zu verhindern, ist die Erhöhung der Bauraumtemperatur. Eine starke Betthaftung während des Druckvorgangs verringert zusätzlich den Verzug eines Bauteils (schließlich wird der Formänderung keine Gegenwirkung entgegen gesetzt, wenn das Bauteil nicht gut haftet).

Lösungen für Tribo-Filamente

Auch das Tribo-Filament iglidur I180, welches speziell für die Konstruktion von Bauteilen mit hoher Verschleißfestigkeit, Festigkeit und Temperaturbeständigkeit entwickelt wurde, neigt aufgrund seiner Materialzusammensetzung zum Verzug. Überdies lässt es sich auch nicht besonders leicht zur Haftung auf der Druckplattform überzeugen. Ein häufig eingesetztes und sehr hilfreiches Werkzeug für dieses Problem sind Haftfolien, jedoch müssen sie mit der Druckoberfläche verklebt werden und sind anfällig für Zerstörung durch die Druckdüse oder das Werkzeug beim Entfernen des Bauteils. Je nachdem, welche Bandbreite an Filamenten man verarbeiten möchte, wünscht man sich aber mitunter eine etwas flexiblere Lösung. Darüber hinaus sind einige Drucker, wie beispielsweise die Ultimaker S3 und S5, aufgrund der Vorgehensweise beim aktiven Ausrichten der Druckplattform („auto bed leveling“), nicht für die Verwendung einer solchen Folie vorgesehen.

Der igus Haftvermittler – speziell für Tribo-Filamente entwickelt

Für diese Zwecke hat igus in Zusammenarbeit mit Magigoo, dem bekannten Hersteller von Zusatzprodukten für den 3D-Druck, einen Haftvermittler für die in der Konstruktion häufig eingesetzten Filamente iglidur I180 und I180-BL entwickelt. Der Haftvermittler lässt sich mit seiner Applikatorspitze leicht auf den Untergrund (Glas-, Aluminiumplatte oder sonstige Druckoberfläche) aufbringen und zu einer ebenen Haftfläche verstreichen. Der Haftvermittler funktioniert auch mit anderen Tribo-Filamenten, wie beispielsweise mit iglidur I150, ist für diese Materialien aber nicht zwingend notwendig.

Wie ist der Haftvermittler einzusetzen?

Zum Aufbringen des Haftvermittlers zunächst die Flasche kräftig schütteln, dann die Verschlusskappe abnehmen und den Fluss mit einem leichten Klopfen auf das Druckbett aktivieren. In linienförmigen Bewegungen verstreichen und noch einmal senkrecht dazu auf die saubere Druckplatte auftragen, um eine gleichmäßige Verteilung zu erreichen. Nach einer kurzen Trockenphase ist die Beschichtung einsatzbereit. Die Haftwirkung der Schicht wird durch das Erhitzen des Druckbettes aktiviert. Während des Druckvorgangs wird das Bauteil zuverlässig am Druckbett gehalten und der Verzug des Bauteils minimiert.

Wie man sich mit dem iglidur Haftvermittler das Leben leichter macht

Seine große Stärke gegenüber den bekannten Druckoberflächen spielt der igus Haftvermittler jedoch erst nach dem Druckvorgang aus: Lässt man das Druckbett abkühlen – man kann die Platte zu diesem Zweck aus dem Drucker entnehmen – löst sich das Bauteil nahezu von selbst von der Bauplattform. Es ist kein Werkzeug, wie beispielsweise der bekannte (berüchtigte?) angeschliffene Spachtel mehr vonnöten, denn das Bauteil lässt sich ohne Krafteinwirkung von der Druckplatte nehmen.

Seine nächste Stärke spielt der Haftvermittler durch seine Wasserlöslichkeit aus. Mit warmem Wasser lässt sich die Beschichtung problemlos von der Druckplatte entfernen, sodass jederzeit eine andere Haftmethode angewendet werden kann, ohne weitere Druckplatten vorzuhalten. Dabei ist das Haftmittel unschädlich und umweltfreundlich und kann daher bedenkenlos entsorgt werden.

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